Kurze Partie im Finale der Offenen Volksdorfer Vereinsmeisterschaft 2025

Jakob Terhechte (18) – Berend Feddersen (81)

 

Erst in der letzten Runde unserer Vereinsmeisterschaft sollte geklärt werden, ob Jakob Terhechte oder – wie im Vorjahr – Dr. Jürgen Schell Vereinsmeister würde. Dabei reichte Jakob zum Titelgewinn ein Remis gegen Berend Feddersen.

 

Jakob begann mit e4, Berend erwiderte c6. Also Caro-Kann, was Berend allerdings gegen Jakob schon bei der Vereinsmeisterschaft 2024 nicht gut bekommen war. Aber diesmal  war man vorbereitet und wich von der Zugfolge vom Vorjahr schnell ab. Dabei fühlten sich beide Spieler mindestens 10 Züge lang in ihrer Stellung recht wohl. Aber dieses Wohlbefinden sollte sich ab dem 12. Zug für Schwarz rapide ändern, denn schon ab dem 13. Zug war die Partie für Schwarz verloren und ab dem 15. Zug war Matt unabwendbar. Die nachstehenden Diagramme zeigen die entscheidende Zugfolge.

Stellung nach dem 12. Zug Weiß: c5
Stellung nach dem 12. Zug Weiß: c5

Engine: 0,5

Fehler im 12. Zug Schwarz: Lf4 statt Lf8
13. Zug Weiß: d5

Stellung nach dem Patzer im 13. Zug Schwarz: c6 x d5 statt Lf4 x Lc1
Stellung nach dem Patzer im 13. Zug Schwarz: c6 x d5 statt Lf4 x Lc1

Engine: 4,8

Stellung nach dem Patzer im 15. Zug Schwarz:  Lh5 x Sf3
Stellung nach dem Patzer im 15. Zug Schwarz: Lh5 x Sf3

Engine: Matt in (spätestens) 12 Zügen   Sieht doch jeder oder?

Wenn nun jemand zu Recht sagt, dieses Desaster sei ja kein Wunder bei einem Fehler und zwei Patzern innerhalb von vier Zügen, dann kann man nur erwidern, dass man das Unglück nicht hat kommen sehen und im Nachhinein natürlich immer schlauer ist.
Also lieber Jakob, nochmals herzlichen Glückwunsch zur Vereinsmeisterschaft!
Ich habe einen so schönen Erfolg auch in ähnlich jungem Alter erspielen können (in Poppenbüttel). Damals fanden Mannschaftskämpfe an 30 Brettern statt, damals wussten die Computer nichts von Schach, damals (1960) wurde Michail Tal mit 23 Jahren der bis dahin jüngste Schachweltmeister aller Zeiten, aber Michail Botwinnik holte sich 1961 mit 49 Jahren den Titel zurück. Welche Eröffnung hatte insbesondere im Revanchematch eine entscheidende Bedeutung? Natürlich Caro-Kann (Botwinnik als Schwarzer). 
Wir freuen uns weiter auf Jakobs Partien und nicht zuletzt über Jakobs Tätigkeit als unser Jugend-Trainer.

Berend Feddersen